Petrischalen und Antibiotika, Solarautos und E-Mobility – MINT-Camps in Bremen und Bochum

Im Winter habe ich mich, nach Empfehlung von Frau Professor Kapeller, bei drei MINT Camps in Deutschland angemeldet. Ich hätte es nicht erwartet, doch alle drei Bewerbungen wurden angenommen. Die ersten beiden fanden bereits Mitte März statt, im einen Camp ging es um Biologie und im anderen um Elektromobilität.

Biologie

Dieser Kurs fand in Bremen statt, deshalb war auch die Anreise teilweise kompliziert, doch nach wenigen Verzögerungen bin ich dann endlich nach 12 Stunden Zugfahrt angekommen. In Bremen ging es gleich los. Nach einer kurzen Einführung in die Welt der Bakterien ging es schon an das Praktische. Wir lernten das sterile Arbeiten kennen, das sich Anfangs als sehr schwierig erwies, doch mit ein wenig Übung klappte es schon ganz gut. Dabei ist vor allem ein schneller, präziser und geschickter Umgang mit den „Werkzeugen“ wichtig.

So lernten wir, wie Nährböden für Bakterien hergestellt werden, wie man Bakterienabstriche richtig macht und auch das exakte Pipettieren. Das Highlight der Woche war eine Naturheilstoff-Analyse. Aus grünem Tee, Wacholderbeeren und sogar Knoblauch stellten wir Heilstoffe her und verglichen ihre Wirkung mit dem von Antibiotika. Das erstaunliche Ergebnis: Knoblauch kann bei bakteriellen Krankheiten genau so wirksam sein wie Antibiotika. Obwohl die Praxis im Vordergrund stand, gab es im Laufe der Woche auch Vorträge, die beispielsweise über das Arbeiten mit Bakterien in Forschungseinrichtungen, oder die Problematik über resistente Bakterien aufklärten.

Ich habe nicht nur viel Neues auf diesem Gebiet gelernt, sondern auch viele Kontakte geknüpft. Beim Abendprogramm, dass etwa eine Nachtwächterführung und einen Ausflug zum Hafenrummel beinhaltete, hatte die ganze Gruppe viel Spaß. So wurden die Nächte oft noch länger, denn jeder hatte viel zu erzählen.

Elektromobilität

Von diesem Thema war ich im Vorhinein schon sehr begeistert, denn auch in meiner VWA wird das Thema behandelt. Dieses Mal ging es nach Bochum, in das Zentrum des Ruhrgebietes, hier gab es anders als in Bremen keine wunderschöne Innenstadt, doch das war kein Problem. Ich war schließlich dort, um so viel wie möglich zu lernen.

Nachdem alle die Zimmer bezogen hatten, ging es auch sofort los, in eine Außenstelle der BO (Hochschule Bochum), wo wir zuerst Motoren zerlegten und genau besprachen, danach hörten wir noch einen spannenden Vortrag von einem der Professoren. Dabei ging es um die Zukunft der Elektromobilität und die des autonomen Fahrens, was sicher eines meiner persönlichen Highlights der Woche war. Das Programm war dieses Mal sehr unterschiedlich, so ging es am nächsten Tag in eines der vielen Bochumer Gymnasien. Hier versuchten wir durch Experimentieren eigene kleine Motoren und Generatoren zu bauen; das war gar nicht so leicht und deswegen haben wir den ganzen Tag lang weiter gebastelt und getüftelt.

Mein absoluter Lieblingstag war der an der BO, dort drehte sich alles um das Thema Solarcars und Solarenergie. Wusstet ihr, dass der Wirkungsgrad einer wirklich qualitativen Solarzelle nur etwa bei 20% liegt? – Ganz schön erstaunlich. Jedenfalls nehmen die Studenten der BO bei einem internationalen Solarcarrennen mit einem rund 70 Mann (und natürlich auch Frau)-Team teil und erreichten zuletzt den zweiten Rang. Das neuste ihrer Modelle wiegt 429 kg, hat Platz für bis zu 5 Passagiere und sogar eine Straßenzulassung. Der Clou dabei: Die Motoren befinden sich in den Rädern und es wurde besonders viel Wert auf Aerodynamik gelegt.

Die letzte Station war die Firma Vogelsang, in dieser werden Motoren auf ihre Einzelteile zerlegt und repariert. Nicht nur die Führung durch die Hallen war sehr beeindruckend, wir hatten auch noch Workshops zum Thema Spulenwickelung und Elektrik. Die Woche ging sehr schnell vorbei und ich konnte die verschiedensten Eindrücke zum Thema E-mobility sammeln.

Jeden Abend hatten wir genug Freizeit, um das Bochumer Bermudadreieck zu erkunden, was ein riesen Spaß war. So entdeckten wir durch Zufall auch einen Fußballplatz auf einem der Hausdächer.

Ich bin sehr froh, dass ich an diesen Kursen teilnehmen konnte und habe mich wirklich sehr gut weitergebildet. Außerdem habe ich viele neue Freunde gefunden und stehe nach wie vor mit ihnen in Kontakt. Nun freue ich mich schon auf das nächste Camp mit dem Thema autonomes Fahren!