MINT-EC Camp: Die Erkundung des Watts

Montag 25. Juni 2018. Im Husumer Hafen betraten wir zum ersten mal die Windsbraut von Stade.Ein wunderschönes, rustikales Segelschiff, das augestattet mit 4 Kajüten, einer Küche und zwei Toiletten unser Expeditionsschiff für die darauffolgende Woche darstellte. Die Crew, bestehend aus unserem Skipper und Biologie Lehrer Helge, seinem Sohn Malte und dessen Freund Till, der ebenso wie Helge Biologie studiert hatte, empfing uns freundlich. Nicht zu vergessen Jörg, ebenfalls Biologielehrer.

Und schon ging das Abenteuer los. Im Laufe der Woche haben wir durch Helge viel über die Ökologie des Wattenmeers erfahren. Dazu muss gesagt werden, dass Helge über ein immenses Spektrum an biologischem Wissen verfügt und jeden mit seiner Faszination für die Biologie mitriß. Auch wurde uns viel übers Segeln beigebracht, sowohl theoretisch als auch praktisch. Wir durften sogar selbst ans Steuer. Da die Windsbraut unser Hauptquartier und unser Labor in einem darstellte und diese leider nicht über unendlich Wasser und anderen Ressourcen verfügt, segelten wir Abends immer nach Pellworm, um dort anzulegen. Dort unternahmen wir auch die erste Führung durchs Watt, was für mich ein ganz besonderer Moment war.

Da man als österreichische Schülerin meist nicht so viel über Meeresbiologie erfährt und schon gar nicht übers Wattenmeer, bin ich sehr dankbar so eine Erfahrung mit einem solch kompetenten Team machen haben zu dürfen. Bei der Wattführung suchten wir nach allen Organismen, die wir nur finden konnten. Dabei wühlten wir im weichen Schlamm und versuchten durch Spatenstiche, die sich 30 cm unter der Erde befindenden, Schleimröhre eines Wattwurms anzutreffen. Mit Erfolg. Auch sammelten wir Schnecken, Krebse, Garnelen und andere Würmer die wir anschließend im „Labor“ behandelten. Durch verschiedene Versuche wurde uns deutlich gemacht, wie sehr unsere Meeresbewohner mit dem Klimawandel zu kämpfen haben und dass Anpassungsfähigkeit, besonders in der heutigen Zeit, unabdinglich fürs Überleben ist. Während unserer Segeltour haben sich unsere Wege mit etlichen Halligen (überschwemmbare Inseln) gekreuzt, von denen ich vorher nicht mal wusste, dass sie existieren. An der Hallig Langeneß legten wir schließlich an und verbrachten dort zwei wunderschöne Tage, vollgepackt mit Helges universellen Input.

Mein persönliches Highlight der Woche stellte eine kleine Robbe da, die heulend auf unser Boot zuschwamm und sogleich auch wieder im Meer verschwand. Das war das erste und letzte mal, dass ich eine Robbe gesehen habe. Ich kann mich wirklich glücklich schätzen, diese Chance auf eine solch bereichernde Woche bekommen zu haben und bin MINT-EC sehr dankbar für so coole Projekte wie dieses. Vielen Dank MINT!

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