Energie und Mobilität – klingt spannend

Nach einer 7,5 stündigen Anreise mit dem Zug begann das MINT-EC-Camp in der Karlsruher Jugendherberge. Zuerst lernten wir uns gegenseitig kennen und durften dann in einer Führung die „Mobilitätsstadt“ erkunden. Wir starteten beim Karlsruher Schloss, das in allen Fächerstraßen zu sehen ist. Fun Fact: Karlsruhe erhielt seinen Namen der Legende nach, da sich Karl Wilhelm nach der Suche eines Fächers ausruhte und dabei auf die Idee eines fächerförmigen Grundrisses kam.

Nach einem kurzen Stopp beim Bundesverfassungsgericht, betraten wir dann das Rathaus, in dem es etwas wärmer war. Dort erfuhren wir, dass sowohl das Fahrrad, als auch das Automobil mit Verbrennungsmotor aus Karlsruhe stammen.

Am nächsten Tag begann dann das Programm zum Thema Energie, im Zentrum für Mediales Lernen (ZML) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Ein überwältigender Start gelang dabei dem Privatdozent Bernhard Potthoff, der uns die „Basics“ der Geothermie erklärte, sowie auf deren unterschiedliche Anwendungsformen verwies. Für Anschaulichkeit sorgte er zwischendurch mit Gesteinsproben und kleinen Experimenten (z.B.: „Wackelpudding-Fracking“). Mittagessen durften wir in der KIT-Kantine. Am Nachmittag stand der Bau eines Wasserrads an. Dafür standen uns eine Vorrichtung, Metallplatten und Werkzeug zur Verfügung. Nach einigem Überlegen entstand dann durch Biegen, Klopfen und Schrauben ein Rad, das dann mit Wasser in Bewegung gebracht werden konnte. Natürlich wurden die Räder dann auch noch getestet. Unser Rad erreichte dabei einen Wirkungsgrad von 20,5%. Dadurch haben wir die Erfahrung gemacht, dass ein hoher Wirkungsgrad nicht einfach zu erreichen ist.

Als dann alle Räder getestet, abgebaut und die Ergebnisse berechnet waren, stellte uns ein Student noch ein Wasserbau-Projekt vor, an dem er gerade arbeitet: die Konstruktion eines Wehrs, das in Zürich errichtet werden soll. Dafür hat er ein Modell gebaut, das ihm dabei helfen wird.

Der Freitag war dann auch schon der letzte Tag, an dem ich am Programm teilnehmen durfte. Nach dem Frühstück fuhren wir mit dem öffentlichen Personennahverkehr (Zug) nach Wörth, wo wir eine Führung durch das Daimler-Werk machen durften. Dort konnten wir als Besucher jeden einzelnen Schritt der LKW-Produktion mitansehen. Ein spezieller Schwerpunkt lag dabei auf „Industrie-4.0-Technologien“. Das heißt: Roboter, wo auch immer sie eingesetzt werden können. Ob halbautomatische Schraubroboter, autonom fahrende Elektro-Wägen, die Bauteile von A nach B befördern, Schweiß- oder Prüfroboter – dort wird alles automatisiert und mit modernen Technologien hergestellt.

Am Nachmittag besuchten wir das Institut für Kolbenmaschinenbau (IFKM) des KIT. Die dortigen Experten versuchten, uns für Verbrennungsmotoren zu begeistern, indem sie uns zuerst in einem Vortrag die Funktionsweise von Kolbenmaschinen erklärten und dann in Kleingruppen verschiedene Projekte vorstellten: das Rennautoteam, ein Kraftwerk, das aus einem Verbrennungsmotor bestand, der mit verschiedenen Messinstrumenten versehen war und einen Motorenprüfstand, bei dem man am Computer eine Rennstrecke fahren kann und gleichzeitig den Motor beobachten kann. Dafür werden gleichzeitig einige Messungen durchgeführt und ausgewertet.

Am Samstag musste ich leider schon früher abreisen, um noch rechtzeitig zum BG-Ball zu kommen.

Das Camp war eine tolle Erfahrung, die ich jedem voll und ganz empfehlen kann.

 

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